

Kategorie: Kolping
Militärdekan Alfons Hutter beim Berger Forum
Erfahrungsbericht zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr
Berg b. Neumarkt - Militärdekan Alfons Hutter berichtete im Rahmen des Berger Forums des Kolping-Erwachsenen-Bildungswerkes von seinen Erfahrungen mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Gebannt hörten die Teilnehmer dem Erlebnisbericht zu, der vor allen in der Schilderung des Alltagslebens im deutschen ISAF-Lager sehr beeindruckend war.
Sichtlich von den Ereignissen des Tages, der Bekanntgabe der Schließung seines Bundeswehrstandortes Fürstenfeldbruck, beeindruckt, bezog Militärdekan Hutter seine Zuhörer von Anfang an in seinen Vortrag mit ein. Höchst zufrieden zeigte er sich dabei bezüglich des Einfühlungsvermögens des Berger Publikums. Wie die Soldatinnen und Soldaten mit ihrer Situation im Auslandseinsatz zurecht kommen und welchen physischen und psychischen Belastungen sie ausgesetzt sind, schilderte der Referent in eindrucksvollen Bildern. Die drangvolle Enge im Bundeswehrlager, der wenig abwechslungsreiche Alltag und die zwiespältigen Kontakte zur einheimischen Bevölkerung waren dabei nur einige Stichpunkte auf die Pfarrer Hutter einging. So berichtete er auch von einem schönen Tag im Juni 2007 („Ein schöner Tag zum Sterben, wie Oberstabsärztin Heike Groos ihr Buch betitelt), der vieles änderte: An diesem Tag verübten die Taliban ein Selbstmordattentat auf einen Bundeswehrbus, bei dem 4 deutsche Soldaten ums Leben kamen und 29 verletzt wurden. Die toten Kameraden ins Lager zu bringen und aufzubahren war selbst für die erfahrenen Soldaten so schmerzhaft, dass sie für die Tröstung im anstehenden Pfingstgottesdienst sehr dankbar waren, so Hutter. Die dritte Strophe von „Komm Schöpfer Geist“ sprach den Gottesdienstfeiernden aus tiefstem Herzen: „Treib weit von uns des Feinds Gewalt, in deinem Frieden uns erhalt…“. Militärdekan Hutter war sichtlich darum bemüht, auch die positiven Seiten des Afghanistan-Einsatzes deutlich zu machen. So zitierte er aus einem Gespräch mit einem jungen Soldaten, wie stolz dieser auf seinen Einsatz war, denn er ermöglichte viel mehr Mädchen zur Schule gehen als früher und dass die Frauen sich sicher auf der Straße und beim Einkauf fühlen durften. Das hochkonzentrierte Publikum im Berger Bruder-Konrad-Haus musste allerdings auch ein bisschen Schmunzeln, wenn Hutter von der segensreichen Lieferung oberpfälzer Bratwürste zu seinem Geburtstag ins Lager berichtete oder Gemeindereferent Josef Meindl in eine mitgebrachte Burka schlüpfen durfte, die man in der Oberpfalz ja doch eher selten zu sehen bekommt. Nach dem lang anhaltenden Applaus für die Ausführungen von Militärdekan Alfons Hutter bedankten sich Kolping-Diözesangeschäftsführer Ewald Kommer und Peter Nießlbeck von der Kolpingsfamilie Berg für den informativen und berührenden Vortrag.
Als Dankeschön überreichte der Vorsitzende des Kriegervereins und der Reservistenkameradschaft Berg, Johann Polster, einen Geschenkkorb an Militärdekan Hutter.
