31.05.2011 08:37 Alter: 355 days
Kategorie: Kolping

Lesen ist wie Reisen im Kopf


Julia Liebhard, von Kolping Diözesanverband Eichstätt (rechts), bedankte sich bei Judith Schalansky (links) für die spannende Lesung.

Julia Liebhard, von Kolping Diözesanverband Eichstätt (rechts), bedankte sich bei Judith Schalansky (links) für die spannende Lesung.

Literatur-Lesung mit Judith Schalansky im Eichstätter Spiegelsaal 

 

Zur Erklärung: Judith Schalansky ist ein „Kind der DDR“, wie sie selbst sagt, und seit klein auf fasziniert von Atlanten, in denen man „mit dem Finger“, die Welt bereisen könne, so die Autorin. Sie hat in ihrem Buch jede der 50 Inseln abgebildet und erzählt dazu meist schreckliche Geschichten, denn: Wir würden mit dem Begriff „Insel“ meist Positives assoziieren. Dass aber die Wirklichkeit des Insellebens meist anders aussehe, sei ihr bei den Recherchen zu den im Buch beschriebenen Inseln und den überlieferten Geschichten deutlich geworden, so Schalansky. „Aber“, so die Autorin, „auch eine Schatzsuchergeschichte und eine Liebesgeschichte durften nicht fehlen“. 

Bei ihrem „Atlas der abgelegenen Inseln“ handelt es sich also nicht um ein Sachbuch, sondern ein poetisches Werk, das stellt die Autorin gleich am Beginn der Lesung fest. Und das glaubt man ihr auch sofort, wenn es in ihren Geschichten um Inseln geht etwa mit den Namen „Robinson Crusoe“, „Bäreninsel“ oder „Einsamkeit“. Indem Judith Schalansky bei ihrer Lesung auch die Geschichten erzählt, wie sie zu den Erzählungen in ihrem Buch kam, zieht sie die Zuhörer sofort in ihren Bann. Am Ende freut sie sich, dass sie von Eichstätt auch eine Geschichte mitnehmen kann: Ihr neuestes Werk erscheint im Herbst. Darin kommt auch der Archaeopterix vor, für den Eichstätt bekannt ist. Als sie erwähnt, dass sie am nächsten Tag ins Juramuseum gehen werde und einer der Anwesenden sich als Enkel des Archaeopterix-Finders entpuppt, ist sie hellauf begeistert. Die Zuhörer, die die familiäre Atmosphäre der Lesung genießen konnten, ließen sich anschließend die erstandenen Bücher von der Autorin signieren. 

Das Buch „Atlas der abgelegenen Inseln“ erhielt 2009 den Preis der Stiftung Buchkunst und 2011 den Designpreis in Silber der Bundesrepublik.

„Ich bin mit dem Atlas groß geworden. Und als Atlas-Kind war ich natürlich nie im Ausland (…)“, so beginnt Judith Schalansky ihr Buch mit dem Titel „Atlas der abgelegenen Inseln. Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde“. Das Kolping-Erwachsenen-Bildungswerk Diözesanverband Eichstätt hatte die vielfach ausgezeichnete Buchautorin in den Spiegelsaal des Landratsamtes geladen, um aus ihrem Werk zu lesen.