16.07.2010 10:26 Alter: 2 yrs
Kategorie: Kolping

Kolpingsfamilie radelte nach Dollnstein und machte eine Kanufahrt


Tiefes Glaubenserlebnis bei Besuch der Ruinenkirche „Maria im Spindeltal“

Gesellige Tage, vermischt mit besinnlichen Elementen, verbrachten die Mitglieder und Freunde der Gredinger Kolpingfamilie während der 3-Tages Familienradtour nach Dollnstein. Pünktlich zum Beginn der Fahrt schloss Petrus seine Schleusen und schickte strahlenden Sonnenschein über die 32 Teilnehmer, davon 12 Kinder und das sollte auch diese 3 Tage, von 4. bis 6. Juni so bleiben. Vor dem Start um 9.00 Uhr traf sich die Gruppe in der Stadtpfarrkirche um von Kolpingpräses, Kaplan Christoph Wittmann, den Reisesegen zu erhalten. Er wünschte der Gemeinschaft Gottes Segen um diese Reise gut zu überstehen. Das war auch nötig, denn schon bei Ilbling gab es einen gefährlichen Sturz, der für alle sehr glimpflich ablief. Die weitere Fahrt führte entlang der Altmühl über Kipfenberg – Gungolding - Walting nach Eichstätt, alles auf gut ausgebauten Radwegen. Nach der Mittagpause besuchte die Gemeinde um 13.30 Uhr das Diözesanmuseum wo eine geführte Besichtigung erfolgte. Beeindruckende Erzählungen und auch Reliquien wirkten auf die Besucher. Genauer wurde auf die Willibaldskasel, das ehrwürdigste Messgewand der Diözese, es stammt aus dem 12.Jahrhundert, eingegangen. Die Referentin berichtete dass die Walburgateppiche, mit hohem finanziellem Aufwand für das Museum vor dem Verschwinden in privaten Sammlungen gerettet wurden. Anschließend ging die Reise nach Dollnstein weiter, was wir  gegen 16.30 Uhr erreichten. Nach der Einquartierung, die Kinder durften in einer eigenen Ferienwohnung „residieren“, wurde noch die Dollnsteiner Pfarrkirche „Peter und Paul“ besichtigt. Das romanische Gotteshaus beinhaltet ein kostbares Abendmahlbild aus dem 14. Jahrhundert aus der Werkstatt von Albrecht Dürer berichtete Kirchenführer Eder. Er erzählte auch von einem tragischen Schicksal eines Kirchenmalers. Dieser verletzte sich beim Heben eines Farbeimers so schwer am Rücken, dass er 3 Monate danach starb. Herr Eder führte auch durch den Ort. So konnten die Besucher erfahren dass die Kirche auf einem Felsen steht, der die Urdonau in das jetzige Altmühltal umlenkte. Versorgt mit vielen Eindrücken gab es genügend Gesprächsstoff für einen gemütlichen Abend beim Gasthof, wie sollte der Name auch anders sein, „Zum Kirchenschmied“.

Der Samstag sollte der Höhepunkt der Reise sein. Eine Kanufahrt und der Besuch einer Wallfahrtskirche standen auf dem Programm. Um 9.00 ging es mit der Bahn nach Solnhofen. Dort warteten 8 Boote auf die Abenteurer, fast alles Kanuanfänger. Mit Schwimmwesten gesichert, die Altmühl führte viel Wasser, ruderten die Passagiere Altmühlabwärts nach Dollnstein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und auch Havarien wartete die erste Bootsrutsche „Hammermühle“. Obwohl diese auch umgangen werden konnte fuhr eines der Boote mutig über das Wehr. Aber nur 10 Meter dann mussten die Schwimmwesten ihren Zweck erfüllen. Es ging alles gut und die Reise führte weiter nach Hagenacker, das zweite Boots-Hindernis. Nach ausgiebigem Picknick trauten sich fast alle über das Wehr, mit positiven und weniger glücklichen Erlebnissen. Alles in allem versank an diesem Vormittag fast die gesamte Kolpingfamilie in den Fluten, aber sie ging nicht unter. Nach der glücklichen Ankunft in Dollnstein radelte die Gemeinschaft in das nahe Spindeltal. Die Wallfahrtskirche „Maria im Spindeltal“, außen eine unscheinbare Ruinenkirche aber mit beeindruckendem Innenraum verfehlte ihre Wirkung auf die Besucher nicht. Frau Löffler vom Förderverein der Spindeltalkirche berichtete über die Kirche. 1478 erbaut war die Kirche bald Ziel zahlreicher Wallfahrten. Leider wurde sie zum Streitobjekt zwischen Augsburg und Eichstätt und deshalb öfter zerstört, denn die Grenze der Ordinariate führt genau durch die Kirche. Wieder aufgebaut und 1996 eingeweiht ist sie aber nun Tag und Nacht für alle geöffnet. Ein tiefes Glaubenserlebnis eröffnete sich anschließend gemeinsam mit Präses Wittmann für die Gemeinde. Anhand der Geschichte von Marta und Maria überzeugte er vom Glauben. „Gott ist unser Hirt, auch unser Rastplatz im Leben“ so meinte der Kaplan. Wieder zurück in Dollnstein wurde abends in der „Post“ kräftig gefeiert.

Gestärkt vom Vorabend konnte so am Sonntag der lange Anstieg hoch nach Schernfeld auf der Rückreise problemlos gemeistert werden. Der weitere Reiseverlauf führte über den Waldgasthof „Geländer“ nach Heilgenkreuz - Erkertshofen und Herlingshard, dank moderner Navigationstechnik immer über gut ausgebaute Feldwege und fast keine Straßen. Eine letzte größere Schwierigkeit war der steile Abstieg nach Altdorf. Aufgrund einer heißgelaufenen Felge platzte ein Vorderreifen, allerdings ohne Folgen für den Fahrer. Nach der Mittagsrast im Gasthof „Rundeck“ in Erlingshofen erreichten gegen 16.00 Uhr die Radler „ihre“ Gredinger Heimat. Vorstand Johann Grad bedankte sich bei Herbert Nuber für die Organisation und bei Theo Mißlbeck für die sichere Routenauswahl.